Termin

Heinz Dieter Micheel Cup

nähere Einzelheiten zu diesem Herren-Fußballturnier folgen später

Sporthalle Delligsen

Sonnabend 05.01.2019, 10:00 Uhr

Nähere Informationen E-Mail

Termin

Mitgliederversammlung

Vorankündigung

Festsaal Delligsen

Freitag 22.03.2019, 19:30 Uhr

Nähere Informationen E-Mail

Gästebuch | Kontakt | Datenschutz | Impressum | Sitemap 


 

Kontakt






Aktuelle Termine

Heinz Dieter Micheel Cup:
Sonnabend 05.01.2019, 10:00 Uhr
Sporthalle Delligsen ð Mehr
Mitgliederversammlung:
Freitag 22.03.2019, 19:30 Uhr
Festsaal Delligsen ð Mehr

Letzte Nachrichten

21. E.ON Hilskammlauf Fahrt ins Blaue nach Celle 20. E.ON Hilskammlauf Nordic Walking am Dienstag Seniorensport Rücken-Fit   ð Zu allen Nachrichten

Geschäftsstelle

Zuschrift:

DSC
Rosmarienstr. 1
31073 Delligsen

Kontakt:

Tel: 05187-301777
während der Geschäftszeiten
E-Mail

Öffnungszeiten:

Nach Vereinbarung
und allgemein:
Montag 10.00-13.00 Uhr
Dienstag 10.00-13.00 Uhr
Dienstag 16.30-19.00 Uhr

   

Hilfe Suchen

Suchen Sie bitte etwas mit lediglich einem oder mit sehr wenig (2 oder 3) Wörtern. Ein Wort kann vollständig buchstabiert werden oder es kann mit nur den ersten Buchstaben eingegeben werden. Falls lediglich einige Buchstaben, wird das Suchergebnis bestehen aus allen Ergebnissen mit Wörtern in welchen diese Reihenfolge von Buchstaben vorhanden ist.

Guten Tag aus Delligsen und willkommen

Lauftreff: Helgoland Marathon 2011 Teil 2

Nachricht vom 14.05.2011

Zu allen Nachrichten

 

Lauftreff: allgemein

 
 
Zwei Artikel über: Helgoland Marathon 2011

Artikel 1: "Der König von Helgoland", Helgoland Marathon 2011, Pressemitteilung

Artikel 2: "Eine Insel im Meer", Story über das Unternehmen Helgoland 2011

 
 

Helgoland, eine Insel im Meer...


...so stark in meinen Träumen.“ Wenn ich diese Liedzeile von Klaus Hoffmann höre, schließe ich die Augen und stehe in Gedanken am Bug der Atlantis. Vor mir spritzt die Gischt übers Deck und dahinter wuchten sich Helgolands rote Felsen langsam über den Horizont. Ich weiß nicht, was diese Assoziation hervorruft, aber sie ist da. Ende der 60er Jahre war ich das erste Mal auf der Insel. Ich hatte keine Ahnung, dass dieser Besuch mit meinen Eltern den Anfang einer langen; vielleicht lebenslangen, Freundschaft bedeuten würde. „Helgoland das ist...ja also das ist...“ So, oder so ähnlich, habe ich versucht meinen lieben Lauffreunden die Faszination Helgolands zu erklären. Aber wie erklärt man diese Gefühle, die einen immer wieder überrennen, wenn man seinen Fuß auf die Kaimauer der Insel setzt? Vor drei Jahren habe ich es dann hinbekommen, ganz ohne Worte. Wir starteten mit einer kleinen Gruppe nach Helgoland zum Marathon. Ein Jahr später war die Gruppe schon größer. Dieses Jahr hatten die leuchtenden Augen der „Helgoland-Läufer“ noch einige Mitstreiter eingefangen. So landeten an einem Freitag dem 13. insgesamt 26 Delligser auf Deutschlands einziger Hochseeinsel. Sollte das Pech bedeuten? Niemals! Da war ich mir ganz sicher. Wenn ich auf Helgoland bin, fühle ich mich stets, als ob die Wiesen voller vierblättriger Kleeblätter wären. Wir packten also die Klamotten, düsten über die Autobahn nach Cuxhaven, „enterten“ die Atlantis und starteten in das „Unternehmen Helgoland 2011“ des Delligser Lauftreffs. Was da so alles passierte, das erfahrt ihr ganz genau jetzt.

bild

Eine Insel voller Delligser! Gibts nicht? Doch...gibt es ganz sicher.

 
Die Müdigkeit ist wie verflogen. Die letzte Woche auf der Arbeit hat meinen Schädel zermartert und gestresst. Jetzt, auf dem Freideck der Atlantis, ist davon nichts mehr zu spüren. Achim hat uns sicher in Cuxhaven angelandet und die Sonne lacht vom Himmel. Die Überfahrt hat Postkartencharakter und die DSC-Läufer plus Anhang sind allerbester Laune. Natürlich gibt es schon die ersten Lacher. Jens hatte uns auf der Autobahn gezeigt, wie stark er am Steuer ist. Nachdem er raketengleich an uns vorbeigezogen war, bog er im Kreisel verkehrt ab und war als Letzter am Fährhafen. Na ja...der Mann hat nur wenig Langstreckenerfahrung. Vermutlich wird sich das noch ändern.

Ich geselle mich zu Johannes, der auf einem Poller an der Reling sitzt. Unser „Youngster“ will morgen seinen ersten Marathon laufen. Johannes hat ein paar respektable 10 Kilometer-Zeiten anzubieten, aber von Marathon keine Ahnung. Auch das wird sich ändern. Ich spreche die Taktik mit ihm durch. „Du bleibst so lange Du kannst bei Antje. Merk dir das!“ Er schaut mich mit großen Augen an. Dass mit Antje seine Namensvetterin Antje Möller(nicht verwandt und nicht verschwägert) gemeint ist, weiß Johannes. Das Antje mit 3:09 Stunden den Streckenrekord bei den Frauen hält, und in den letzten zwei Jahren auf Helgoland gewonnen hat, auch. Aber dass er da mitlaufen soll, das wusste er noch nicht. Ich bin mir sicher, dass er das packt. Nach Jürgens Berichten vom gemeinsamen Training und meinen eigenen Eindrücken kann da nicht viel schief gehen. „Und auf gar keinen Fall sagst Du das Jürgen!“ setze ich noch nach. „Klar?“ Johannes nickt. Ich weiß nicht, wie lange ich Jürgen jetzt schon kenne, aber wenn es darum geht, sich auf der Strecke als Schlitzohr zu präsentieren, traue ich ihm bis heute noch nicht über den Weg. Irgendwie ist er für Johannes so etwas wie ein Onkel, aber ich weiß nicht…wenn es hart auf hart geht, wird er Johannes auf der Strecke die Hacken zeigen. Da bin ich mir ganz sicher.

bild

Zwei “echte Männer” auf der Überfahrt. Der “dritte der Männerhauptklasse” plus Sohnemann.

 
Kurze Zeit später treffen Jens und ich Frank Themsen auf dem Schiff. Der mehrmalige Helgoland-Marathonsieger und größte Konkurrent unseres Topläufers Tewes ist wie immer gut drauf. Frank ist nie um ein Wort verlegen. In der Beziehung gibt es keine verschiedeneren Menschen als Tewes und Frank. Auf der Laufstrecke nehmen sich die beiden allerdings, was die Klasse angeht, nicht viel.

Beim Ausbooten hat der Doktor die Nase vorn. Ich weiß nicht, ob er dem Bootsmann einen Schein in die Hand gedrückt hat, aber während unser Börteboot wie eine schwangere Schildkröte über die Wellen kraucht, jagt das Boot auf dem der Doktor ist, wie ein düsengetriebenes Luftkissenboot an uns vorbei. Natürlich mit einem jubilierenden Doc an Bord, der uns während der Vorbeifahrt gönnerhaft zuwinkt.

bild

Der Doktor zieht uns ab. Damit kann man ihm immer eine Freude machen.

 
Im Kurmittelhaus erwartet uns der geballte Helgoländer Charme in Form von Frau Jagdhuber und ihren Mitarbeitern. Kann man sich gegen so viel Freundlichkeit wehren? Nein, das ist unmöglich. Mit den gebuchten Zimmern ist das auch so eine Sache. Ich weiß nicht, aber habe ich tatsächlich die Präsidentensuite gebucht? Jedenfalls fühle ich mich so. Mich wundert es nicht, dass es den anderen genau so geht.

Nachdem ich meine Startunterlagen abgeholt habe, spaziere ich mit Achim um die Insel. Für unseren Ultraspezialisten, da bin ich mir sicher, wird dieser Lauf ein großes Geschenk mit Schleife. Helgolands raue Wirklichkeit und Achims Vorlieben für ganz besondere Lauferlebnisse müssen sich einfach wie Magnet und Eisen anziehen. Ich sollte mich in dieser Einschätzung nicht täuschen. Am Lummenfelsen kriegen wir uns kaum ein. Was für ein Wahnsinn! Die Luft kocht regelrecht vor Tölpeln und Möwen, die sich in halsbrecherischen Manövern durch die Lüfte stürzen.

bild

Zum Greifen nah: Ein Tölpel am Klippenrand.

 
Wieder zurück in der Nordseehalle läuft gerade das Briefing. Der Raum ist rappelvoll und jemand aus dem Orga-Team erklärt die Strecke anhand einer Foto-Präsentation. „Am Düsenjäger bringt es nicht viel, zu laufen. Ob man da geht oder läuft, da verliert man kaum Zeit“. Hat er das eben wirklich gesagt? Ich schaue Achim an. Er denkt das gleiche wie ich: Wenn Mario das hören würde, dann gäbe es jetzt Stunk. Eine Briefing Ansage zum Düsenjäger ala Mario stellen wir uns beide ungefähr so vor: „Wenn ich einen sehe, der da geht, den nehme ich persönlich aus dem Rennen. Das ist hier ein Marathon und kein Bergwandern.“ Ohne ein Wort zu wechseln, lachen wir los. Schön, wenn man sich blind und taub versteht.

Nach dem Briefing geht es zur Pressekonferenz. Ich treffe Antje wieder. 2009 haben wir uns hier kennen gelernt. Ich mag die schnelle Frau vom ASV Duisburg. Sie ist verdammt gut und dabei alles andere als abgehoben. Das passt ziemlich gut zu unserer Gruppe. Antje ist, wie immer, mit ihrer Rennprognose äußerst vorsichtig. Ich brauche sie allerdings nur anzuschauen, um mir völlig sicher zu sein: Wer sie hier schlagen will, der muss über eine verdammt hohe Hürde springen. Wir haben uns ein Jahr nicht gesehen, aber mir kommt es vor, als wären nur ein paar Tage vergangen. Wieder macht sich diese unglaubliche Herzlichkeit bemerkbar. Ob das an der Helgoländer Luft liegt?

bild

Antje im Einsatz. Eskortiert von Johannes und Jürgen beim Start in die letzte Runde.

 

Abends hocken wir in unserer Luxussuite. Sonja, Silvia, Kathrin, Mario, Achim und ich schlagen uns den Bauch mit Nudeln voll, sprechen über den morgigen Lauf, genießen die Aussicht aufs Meer, und sind voll und ganz der Meinung: Helgoland ist wundervoll! Danach schlafe ich traumhaft.

bild

Blick aus dem Fenster in Richtung Westen. Einfach nur schön!

 
Als ich Samstagmorgen die Augen aufmache, ist der Tisch gedeckt und der Kaffee gekocht. Das zeigt mir mal wieder, dass es einfach nur logisch ist, wenn ich auf unsere Helfer nichts kommen lasse. Die Mädels und Jungs sind spitze. Die Brötchen, der Kaffee, der Smalltalk über Alles und Nichts…das Leben ist einfach nur schön. Mario inspiriert das zu einer guten Idee. Jürgen hat sich vor einigen Tagen beim Holz machen den Zeigefinger ruiniert. Der Nagel ist pechschwarz und wird demnächst abfallen. „Lass uns ein bisschen Mitgefühl zeigen. Ich besorge einen Edding Stift und wir malen uns den Zeigefingernagel schwarz an.“ Ja, das gefällt mir. Nach dem Frühstück wird die Idee in die Tat umgesetzt und Jürgen bekommt nichts davon mit.

Zehn Minuten später geht es zum obligatorischen „Direkt vor dem Marathon Start Spaziergang“ auf die Mole. Während Achim, Jürgen, Johannes, Jens, Mario, Tewes, Tom und ich langsam über den Beton schlappen, hüpfen unsere vierbeinigen Begleiter Jamie und Maggie wie aufgezogen durch die Landschaft. Die Hunde gehören fest zum Team; das versteht sich von selbst. Kurze Zeit später gesellt sich eine Robbe zu uns, die direkt am Ufer auftaucht und sich für uns interessiert. Ich blicke in die Gesichter meiner Mitläufer und erkenne diesen verklärten Ausdruck, den ich schon so oft bei mir selbst feststellen musste. Fall Helgoland bisher „meine Insel“ war, sollte ich demnächst vielleicht doch von „unserer Insel“ sprechen.

bild

Jamie im Anflug.

 
Dann geht es zum Start. Die Läufer des Minimarathon kommen uns entgegen. Am Straßenrand steht Frank Themsen und verpasst einigen Läufern ein paar deftige Sprüche. Was für ein Typ…

Am Start schießen wir ein Gruppenfoto und nehmen Antje als Verstärkung mit aufs Bild. Ich spüre kaum Anspannung, bin locker und entspannt. Auch das gibt es nur hier. Ich, am Start eines Marathons. Neben mir meine liebsten Mitläufer und zugleich ärgsten Konkurrenten. Ich weiß genau, dass ein paar von diesen netten Typen nur eins im Sinn haben: Mich zu schlagen. Aber irgendwie ist mir das heute völlig egal. Jürgen bekommt die Nummer mit dem Finger mit und wirkt fast ein wenig ergriffen. Also, von mir aus kann es losgehen.

bild

Das obligatorische Startfoto. Mit jeder Menge roter DSC-Shirts.

 
Die ersten beiden Runden sind traumhaft schön. Das Wetter stimmt und wir erkennen im Gegenverkehr einen perfekt laufenden Tewes, der mit Frank und einem weiteren Läufer dem Feld enteilt ist. Geht man nach den Gesichtern, wird da hart gearbeitet, außer bei Tewes. Der sieht einfach nur glücklich aus. Ich weiß nur zu gut, wie sehr er sich auf diesen Lauf gefreut hat. In unserer Gruppe wechseln wir uns mit der Führung ab. So halten wir uns den Wind ein wenig vom Leib. Als wir Frank und Tewes begegnen führt Antje unsere Gruppe an. Natürlich gibt das einen Kommentar von Frank: „Lasst die Frau nicht vorne laufen. Ihr Lutscher!“ Wir schmunzeln und bleiben stumm.

bild

Die Lockerheit hat einen Namen: Tewes.

 
Mir ist das Tempo zu schnell. Ich lasse mich zurückfallen und sehe der stark laufenden Gruppe um Jürgen und Antje nach. Das sieht äußerst gut aus. Im Gegenverkehr checke ich den Rest der Gruppe. Mario ist weit vorn und ich frage mich wieder mal, wie man mit so einem unrunden Stil so schnell laufen kann. Achim wirkt derart locker und schnell, dass es eine Freude ist, sich das anzuschauen. Besi und Güni folgen mir in geringem Abstand. Beide sehen konzentriert und frisch aus. Dann kommt Silvia. Sie ist sehr schnell unterwegs. Hoffentlich rächt sich das nicht. Der Doktor sieht gut aus. So gut, wie seit langem nicht. Das freut mich. Füßchen, fast komplett untrainiert, wirkt ein wenig überlastet. Er hat sich bereits von Jacke und Mütze getrennt und scheint sich im „extremen Schwitzmodus“ zu befinden. Kurz nach ihm bekomme ich den „Delligser Helgoland Laufstar von 2010“ zu Gesicht: Jens. Dritter der Männer Hauptklasse. Mehr muss ich nicht sagen. Heute zehn Kilo leichter und mit 900 Trainingskilometern ausgestattet wirkt der Kerl wie das blühende Leben. Ich erstarre fast vor Ehrfurcht.

bild

Silvia; eingerahmt von jeder Menge “Bewunderer”.

 

Mir geht so langsam der Saft aus und die Gruppe vor mir enteilt. Im letzten Jahr habe ich sie wieder eingefangen, heute wird das nichts werden. So wende ich den Blick in Runde 3 und 4 zurück. Güni und Besi machen mir ein bisschen Angst. Ich konzentriere mich auf mein Rennen, bin nicht scharf darauf noch eingeholt zu werden. Meine Jungs und das Mädel sind vorn dabei und als Kathrin mir zuruft, dass Tewes gewinnen wird, bin ich mehr als zufrieden. Ich genieße die letzte Runde, obwohl meine Beine schwer wie Blei sind. Helgoland zeigt noch einmal sein Sturmgesicht. Ein Regenschauer wird von heftigen Windböen übers Oberland gejagt. „Leichtgewicht“ Silvia wird später sagen: Ich dachte im wörtlichen Sinne, ich fliege weg. Das war unglaublich.“

bild

Voller Einsatz! Füßchen hat sich über die Strecke gekämpft.

 
Ich präge mir alles noch einmal genau ein. Den Holzbohlenweg durch die Dünen, den Anstieg zum Düsenjäger, die Oberlandrunde mit den fantastischen Ausblicken und einem Meer voller Vögel, den Hafen, die Mole und den Invasorenpfad. Vor allem aber die Menschen an der Strecke und auf dem Kurs. Ich will nichts davon vergessen und eine ewig abrufbare Erinnerung in meinem Kopf erschaffen. Als eiserne Glücksreserve für schlechte Zeiten…

Im Ziel laufen die Delligser ein wie auf der Perlenschnur aufgereiht. Tewes, Achim, Mario, Jürgen, Johannes, ich, Besi, Güni, der Doktor, Füßchen und Jens belegen die Gesamtplätze 1, 5, 8, 11, 12, 13, 20, 24, 27, 71 und 77. Silvia wird Dritte bei den Frauen. Was will man mehr? Ein Wahnsinnsergebnis!

bild

Laufen kann doch einfach nur schön sein. Besi und Begleiter zeigen, wie es geht. Man achte auf Besis rechte Hand...

 
Wir sehen zu, dass wir schnell zur Massage kommen. Da verwandelt sich das Kurmittelhaus zum Paradies. Jürgen, Mario, Besi und ich liegen auf den Tischen und lassen uns von netten, jungen Damen massieren. Ein absoluter Traum. Als ich den jungen Damen sage, dass sie demnächst den gut aussehenden und zugleich jüngsten DSC- Läufer Johannes erwarten dürfen; und das der, ganz nebenbei erwähnt, eine gute Partie und noch zu haben ist, horchen sie interessiert auf. Ich will noch ein wenig nachhelfen, als aus dem Nebenraum Johannes Stimme ertönt: „Ich höre das alles.“ Wir kriegen uns kaum ein. Die versammelten Massagekräfte schauen natürlich ins Nebenzimmer. Nach meiner Werbung für Johannes wäre ich auch neugierig geworden. Tatsächlich liegt da unser Jungspund und wird vom einzigen Mann des Massage-Teams betreut. Ja…genau so ist das Leben…

bild

Die “Engel” vom Massage-Team. Von hier aus nochmal: Danke Schön!

 
Natürlich werden während der Massage die neuesten Stories vom Helgoland Auftritt der Delligser brühwarm erzählt. Als da wären:

-Die neue Besler Marathon-Ernährung. Bei langen Läufen im Selbsttest erprobt hat sich Besi unterwegs von Gummibärchen ernährt. Die Tüte hat er selbst mitgebracht. Das Ergebnis war eine neue Bestzeit. Zudem habe ich von einem Läufer gehört, der unterwegs so hungrig war, dass er einen Gummibären aufgegessen hat, den er auf der Strecke fand…wirklich wahr!

-Katrin wollte ein paar Videos von ihrem laufenden Jens drehen. Daraus wurde leider nichts. Irgendwie war die Kamera in der Tasche eingeschaltet gewesen. Immer wenn Katrin ein lohnenswertes Filmobjekt sah, holte sie die Kamera heraus, drückte auf den Pause-Knopf(den sie irrtümlich für den Play-Knopf hielt) und folgte dem Läufer mit dem Objektiv. Wenn der Läufer durch war, drückte sie auf Play und steckte die Kamera wieder in die Tasche. Falls sie also auf der nächsten Berlinale einen Film mit dem Titel “Innenaufnahmen einer Kameratasche, wenn gerade kein Delligser Läufer in der Nähe ist“ sehen, wissen sie von wem dieses cineastische Meisterwerk produziert wurde.

-Als Tewes am letzten Anstieg Frank abhängte, rief der Tewes hinterher: „Was soll das denn jetzt? Lauf nicht weg! Kannst Du nicht auf mich warten?“ Tewes schüttelte nur den Kopf. So etwas hat er noch nicht erlebt.

bild

Geschafft! Nach der starken Leistung berechtigt glücklich: Güni.

 
-Füßchen verriet mir nach dem Lauf: „Kurz vor dem Ziel, da sehe ich doch tatsächlich den Jens von hinten angelaufen kommen. Da bin ich aber noch einmal lebendig geworden. Also das…das wäre ja gar nicht gegangen.“

-Natürlich bekommt auch Mario noch sein Fett weg. Nach seiner vollmundigen Ankündigung auf Helgoland unter 3 Stunden zu laufen(einer Prognose, die Jürgen mit „niemals“ und ich mit „unmöglich“ kommentierte), waren dann 3:12 Stunden als Ergebnis nur folgende lapidare Äußerung seiner „Lieblingsfeinde“ wert: „Du Lusche. Du kannst gar nichts!“ Aber Mario weiß, wie das gemeint ist. Und schließlich war er ja auch vor uns im Ziel. Aber letztes Jahr waren Jürgen und ich doch schneller! Ätsch!

Nach dem Duschen gibt es Kaffee und Kuchen satt. Wieder einmal frage ich mich: Wo kommen all diese liebenswerten Menschen her? Dann mache ich ein Nickerchen und als ich die Augen wieder aufmache, scheint die Sonne.

bild

Der Mond über Helgoland. Und das am hellichten Tag.

 
Wir gehen in die „Düne Süd“ zum Essen. So ein Marathon macht hungrig. Nach dem Essen, auf dem Rückweg zur Nordseehalle, wo gleich die Siegerehrung beginnt, verdrücken wir deswegen noch ein Fischbrötchen. In der Halle ist die Hölle los. Die Siegerehrung, mit allen Läufern vor Ort, ist einfach genial. Wir kommen aus dem Jubeln nicht raus. Für Antje, Tewes, Frank und all unsere Läufer. Am Ende sacken wir 14 Pokale ein.

bild

In manchen Nächten, da regnet es Pokale...

 

Nach den Ehrungen geht das „Halligalli-Programm“ los. Die meisten meiner Marathonis steigen jetzt aus, meine Helferschar hingegen steigt voll ein. Ich schnappe mir Tewes, in dessen Gesicht ich genau das lese, was ich jetzt denke: Schnell weg hier und irgendwo hin, wo es ruhig ist. Wir stecken uns jeder eine Flasche Becks in die Tasche und gehen zur Spitze des Falm hinauf. In der Dunkelheit beobachten wir die Lichter der Schiffe auf See und das kreisende Licht des Leuchtturmfeuers unterlegt unser gemeinsames Schweigen mit einem rotierenden Lichtfinger. Wir reden nur wenig. Über das Rennen, die Insel und die Menschen. Wir sind uns einig: Helgoland ist ein ganz besonderes Stück Erde. Liebens- und schützenswert.

bild

Das Zentrum der Ruhe: Blick vom Falm.

 
Eine Stunde später sitze ich vor der Glotze und schaue mir das Sportstudio an. Dortmund ist Meister und „Kloppo“ als Trainer genau so glücklich wie ich. Ein Weizen geht noch, dann werden die Beine ein wenig wacklig. Also ab ins Bett. Kathrin, Silvia, Karin, Gaby, Füßchen, Jens, und noch ein paar hart gesottene Delligser sind noch auf der Garre. Na ja…schauen wir mal, was der nächste Tag bringt. Ich schließe die Augen und gehe die Strecke des Marathons noch einmal durch. Kurz vor der Jugendherberge schlafe ich ein…

Sieben Uhr. Ich bin wach. Wieso kann man nach einem Marathon nie so richtig gut schlafen? Vielleicht sollte das mal untersucht werden. Oder hätte ich vielleicht doch noch ein Weizen trinken sollen? Neben mir liegt Kathrin. Schläft sie, oder ist sie tot? Sie atmet noch; gut. Ich stehe auf und gehe in die Küche. Meine Liebste liegt wie eingemeißelt zwischen den Laken. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Feier in der Halle ein voller Erfolg war.

Mario kommt ein paar Minuten später und wir bereiten gemeinsam das Frühstück. „Was ist mit Silvia?“ frage ich ihn. „Tot“ ist die kurze Antwort. Ach ja, die war ja auch noch mit feiern. Dann kommt Sonja herein. „Na, das nenne ich hart“ sage ich zu ihr. Die anderen Halligalli-Typen schlafen noch.“ Sonja lacht: „Ich lag um 12 im Bett. Nichts mit Feiern.“ Gut, ich nehme alles zurück.

bild

Solche Ansichten gibt es beim Frühstück, beim Blick aus dem Zimmerfenster, gratis dazu.

 
Während des Frühstücks, bei dem nach und nach auch Silvia und Kathrin eintrudeln, erfahren wir, was die Nacht los war.

Es wurde getanzt, gelacht, gesungen und reichlich Sekt und Bier getrunken. Füßchen und Jens haben auf unsere Frauen aufgepasst. Frank war auch da. Nachdem Kathrin ihm erst Mal die Meinung sagte, weil er im Rennen, als Kathrin Tewes mit einem Riegel versorgte, irgendwas von einem weiblichen, großen, schwarz-weiß gefleckten Tier sagte, und sich beschwerte, weil er nichts bekam, war das nötig. Frank blieb so locker wie immer und gab anstandshalber eine Flasche Sekt aus. Allerdings hat er nicht mit unserer akustischen Geheimwaffe Jens gerechnet. Der braucht zwar für die Marathonstrecke mehr als eine Stunde länger, aber in punkto Mundwerk nimmt er es allemal mit Frank auf. Als zu fortgeschrittener Stunde bierselige Stimmung eingekehrt ist, legt Jens den Arm um Frank und fragt mit lauter Stimme in die Runde hinein: „Eh, sag mal. Eins würde ich gern noch wissen.“ Frank schaut interessiert. Dann ist Jens wieder dran: „Wer ist heute eigentlich Zweiter geworden?“ Frank ist sprachlos, die Delligser schütten sich aus vor Lachen. „Sag mal. Weißt du das? Das soll einer aus Bremen geworden sein. Aber ich weiß das nicht genau.“ Jens ist einfach unglaublich und er hat alle Lacher auf seiner Seite.

Nach dem Frühstück gehe ich mit Mario aufs Oberland. Der Single Malt für das Jahr 2011 muss noch ausgewählt werden. Dann fährt ein Großteil der Gruppe zur Robbenschau auf die Düne. Kathrin und Silvia gehen einkaufen; aber nein, das ist nicht ganz richtig formuliert. Kathrin geht und Silvia humpelt. Sie ist noch ziemlich lädiert von ihrem „Kampfeinsatz“ gestern.

bild

Sonntagmorgen konnte Tom wieder lachen. Da war Silvia nämlich nicht in der Lage, ihm das Dreirad zu mopsen.

 
Ich ziehe mir die Laufschuhe an und laufe 50 Minuten aus. Das funktioniert besser als Gehen, denn auch meine Beine schmerzen. Ich bin ganz langsam unterwegs und versuche die Insel mit Blicken zu fressen. Nichts davon will ich vergessen. Danach geht es mit Kathrin noch einmal zum Lummenfelsen. Die akrobatischen Flugeinlagen von Gestern finden heute ihre Fortsetzung. Die Sonne lacht am Himmel und es ist reichlich was los auf dem roten Felsen.

bild

Der Tag nach dem Marathon: Ausruhen ist erste Bürgerpflicht.

 
Später stehen wir in der Schlange am Anleger und steigen in die Börteboote. Vor mir ist Silvia. Also wie sie da den Steg hinuntergeht, das hat was von Popeye, keine Frage. In Minutenschnelle sind wir auf dem Schiff. Das Sonnendeck ganz oben gehört uns. Wir haben die Insel noch im Blick, als die heimelige „Delligser Lauftreff Atmosphäre“ das Oberdeck des Schiffs flutet. Besi hat einen Laib Brot, Wurst, Käse und Butter rausgeholt und den Tisch vor sich in ein Buffet verwandelt. Wer Bescheid sagt, bekommt eine Stulle geschmiert. Achim, Mario, Oliver und Johannes spielen Doppelkopf. Tewes ist mit dem kleinen Tom unterwegs und der Rest der Truppe lässt sich die Sonne auf die Nase scheinen.

bild

Dieses Bild habe ich schon viel zu oft gesehen. Der Abschied tut jedes Mal weh.

 

Ganz zum Schluss:


Ein ganz besonderes Dankeschön und meine gnadenlose Bewunderung geht an den Nachwuchs von Steffi und Günter Opitz. Die meisten der genialen Bilder hat Marvin fotografiert, aber ich glaube Jannick hat auch einige Schnappschüsse beigesteuert. Ganz ehrlich: Das hätte kein professioneller Sportfotograph besser hinbekommen. Chapeau!

bild

Unser Fotograf. Wenn mal gerade kein Motiv zur Hand ist, dann verwandelt er sich selbst in eins.

 
Artikel 1: "Der König von Helgoland", Helgoland Marathon 2011, Pressemitteilung

 

 
© Thomas Knackstedt

 

Verantwortlichkeit (Impressum): Eduard Suijlen E-Mail, Vorsitzender, Delligsen, Niedersachsen
Copyright 2018 (Impressum)
Letztes Update dieser Seite: März 2012.
 

TERMINE AM JEDEN
SAMSTAG

Keine Termine

 

>> Alle Termine in der Woche