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Lauftreff Allerlei: Marathon

Nachricht vom 26.05.2007

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Lauftreff allgemein

 
Im "Allerlei" wird es in Zukunft hin und wieder ein paar Storys oder ähnliches geben. Das "Trainingstage-Buch" hatte seine Leser und einige davon wollen auch in Zukunft mit ein bisschen Lesestoff versorgt werden. Ich werde versuchen, das hinzubekommen und warte die Reaktionen ab.

 

Marathon

Ich stehe an der Startlinie und der Running Master 2006 zeigt mir einen Pulswert von 315 an. Ich bin ziemlich aufgeregt, aber 315 erscheint mir doch ein wenig hoch. Der Trainer sagte mir vorher, dass ich den Running Master beim Marathon nicht brauche. „Zu viele Störfaktoren. Jeder dritte Arsch hat da ne Pulsuhr um. Da zeigen die Dinger ohnehin nur irgendeinen Stuss an.“ Klugscheißer. Trägt selbst nur eine alte Handgelenkstopuhr. Der kann bei der neuesten Technik eh nicht mitreden. Ich brauche mehr als die blanke Zeit. GPS-Daten, Puls, Schrittfrequenz und Biorhythmus. Das ist das Mindeste. Ich will den Lauf schließlich hinterher auswerten. Aber Puls 315? Kann sich ein 350 Euro teurer Handgelenkcomputer aus der Weltraumforschung irren? Egal, gleich geht es los.

Ich bin optimal vorbereitet. Die Laufstrecke ist im Running Master gespeichert, die Kilometervorgabe, der Kalorienverbrauch und die Einhaltung der Laufgeschwindigkeit plus Minus 0,25 km/h werden mir durch Pieptöne mitgeteilt. An den Füßen trage ich die neuen Nike Marathon Paradise Super Shox. Dazu die Running Socke „Fire Run“ mit eingelegter Teflon-Zwischensohle. Die Laufhose von TAO ist der letzte Schrei. „Vibration Stuff“. Ein echter Hit. Der Innenstoff der Hose ist mit einem gerippten Gewebe versehen, dass meine Oberschenkelmuskeln während des Laufes massiert. Wenn die anderen mit blauen Beinen über die Strecke wanken, werde ich frisch und locker das Tempo anziehen. Das Laufshirt ist auch nicht ohne. Natürlich habe ich das Handy dabei. In einer extra Tasche, die mit Supermaterial gegen Handystrahlung geerdet ist. Ein Hammer. Auf Stirnband, Getränkegürtel mit Elektrolytgetränk, verschiedene Riegel und Powergel muss ich ja wohl nicht eingehen. Das gehört einfach dazu. Sollte es dann doch schwer werden, habe ich noch eine Geheimwaffe dabei. Den kleinen Beutel habe ich mit Klebeband an meinem Oberarm befestigt. Apropos Klebeband. Der Trainer meinte, ich solle mir die Brustwarzen abkleben. Auweia. Ich sagte nichts, aber mir lag auf der Zunge: „Stehst du auf so was? Macht dich das scharf? Oder welchen Sinn soll das haben?“ Aber er ließ mich gar nicht zu Wort kommen. „Das Shirt scheuert auf der Haut. Kleb dir die Dinger ab, sonst erlebst du dein blaues Wunder.“ Mit Blau und Wunder kann ich da schon eher etwas anfangen. Mein Laufshirt ist blau und wirklich ein kleines Wunder. Als ich dem Verkäufer die Story mit den Brustwarzen erzählte, haute es ihn fast aus den Schuhen. „Haha, habe ich ja lange nicht gehört. Steinzeit. Das war vielleicht kurz nach dem Krieg noch so. Mit den Baumwollstoffen. Damals. Aber heute…Das Teil hier“, er hielt das Shirt in die Höhe, „ist praktisch eine zweite Haut. Propylethalan in Verbindung mit kurzfaseriger Kaschmirwolle und Goretex. Unschlagbar. Da scheuert gar nichts.“ Er muss es schließlich wissen. Scheiß auf die 150 Euro. Das Teil ist jeden Cent wert.

Der Startschuss fällt. Verdammter Mist, wieso geht das nicht los? Ich wollte mich erst nach vorn in den Block schummeln. Klappte aber nicht. Ein Dickwanst von Ordner stieß mir seinen fetten Wabbelfinger gegen die Brust. „Mit der Startnummer geht es nach hinten.“ Blablabla. Der Sack freut sich sicherlich tierisch, dass er mal was bestimmen darf. Na ja, eigentlich gehöre ich nach vorn, aber…

Die ersten zehn Minuten sind rum. Meine Vorstellung davon sah irgendwie anders aus. Ein Heer von Luschen hält den Verkehr auf. Ich muss über Gehwege und Blumenbeete rasen, damit ich vorankomme. Wenn ich die Schnecken hinter mir gelassen habe, wird es sicher besser laufen. „Gebt mal ein bisschen Gas, wir wollen doch zum Kaffee wieder zu Hause sein“, rufe ich in die Menge. Verständnisloses Kopfschütteln. Verklemmte Spaßbremsen.

Was ist mit dem Running Master los? So viele Typen mit Pulsuhren sind hier doch nicht mehr unterwegs. 255 Puls, das haut doch nicht hin, oder vielleicht doch…Diese Massagehose, ich merke das richtig an den Schenkeln. Irgendwie unangenehm, wird aber schon passen, habe das Teil ja vorher noch nie angehabt. Den ersten Getränkestand lasse ich aus. Ich stell mich doch nicht bei den Dickbäuchen an, um jetzt schon etwas zu trinken. Lächerlich.

 

Kilometer zehn. Endlich ein wenig Platz. Ich hole die Getränkeflasche raus. Ein Drink mit allem, was gut ist. Maltodextren, Eisen, Magnesium, Zink, jeweils eine Tablette. Schmeckt nicht gerade toll, aber es hilft. Beim Running Master stelle ich die Stoppuhr ein. 55:30 Minuten. Viereinhalb Minuten schneller als auf der Marschtabelle. Mann, bin ich gut drauf.

Bei Kilometer fünfzehn nehme ich das erste Powergel. Mein Schritt ist locker und leicht, die Hose zwickt noch immer ein bisschen, aber das wird sich noch geben. Die Sonne ist rausgekommen. Ich bin der ideale Hitzeläufer. Die erste Pulle ist leer. Ich schlucke das gesamte Gel aus der Tube und spüle mit der zweiten Flasche alles hinunter. Das wird mir Kraft geben. Irgendwie hatte ich mir das alles schlimmer vorgestellt. Also bisher ist das ein Spaziergang. Ich bin einfach gut drauf.

Kilometer zwanzig. Gleich ist die Hälfte rum. Ich fliege wie ein Adler durch eine Formation von bleiernen Enten. Haben die alle nicht trainiert, oder was? Da vorn ist die Halbmarathonmarkierung. 1:55 Stunden. Unter vier Stunden schaffe ich mit links. Was haben die Jungs in der Laufgruppe vorher alle auf die Kacke gehauen. „Hinten raus wird es schwer, teil dir die Kraft ein, und so weiter.“ Wahrscheinlich hatten sie nur Schiss, dass ich sie beim ersten Start gleich stehen lasse. Scheuert die Socke vorn im Nike? Nein, kann nicht sein. Wird an der schlechten Straße liegen. Irgendwie grummelt es in meinem Bauch…

Kilometer fünfundzwanzig. Der Running Master piept. Ich liege nicht mehr im Schnitt? Unmöglich! Was sagt die Pulsanzeige? 175. Hmm, stimmt das? Und die Zeit? Wenn das richtig ist, bin ich langsamer geworden. Scheiß drauf, das Ding spinnt doch. Ich nehme das zweite Gelpaket. Und weg damit. Das bringt mich wieder nach vorn. Die Hose kneift ganz schön im Schritt. Und der Magen…also ich weiß nicht.

Was haben die mit den Schildern gemacht? Wollen die mich verscheißern, oder was? Vorhin flogen die Dinger nur so vorbei und jetzt warte ich elendig lang, bis der nächste Kilometer angezeigt wird. Nie und nimmer ist das korrekt. 28? Jetzt erst? Niemals! Mein großer Zeh brennt wie Feuer und diese blöde Hose scheint mir die ganze Haut von den Schenkeln gerieben zu haben. Scheiße, tut das weh. Alles kein Problem, wenn es nicht schlimmer wird. Ich ziehe das Ding durch. Kilometer dreißig. Noch schlappe 12 Kilometer. Lächerlich. Aber leider verabschiedete sich mein Lachen bei Kilometer 29 für den Rest des Laufes. Meine Oberschenkel fühlen sich an, als wären sie mit flüssigem Blei ausgegossen worden. Diese Hose bringt mich um, und der Zeh, Gott verdammt, der Zeh. Was ist denn jetzt mit meiner Brust los? Die Brustwarzen? O Fuck, nicht auch noch das. Ich gehe erst mal ein paar Meter. Die Zeit schaffe ich noch immer locker.

Mist, wieso ist das so warm geworden? Ich reiße mir den Beutel vom Oberarm. Aua, das Band klebt wie Teufel. Egal, jetzt geht es los. Ich hole das Pulver raus. Taiwanesischer Seeteufelrogen. Das absolute Wundermittel. Stand jedenfalls so in der Laufzeitung. Ich lasse das Pulver in die Flasche rieseln und nehme sie ex. Puh, schmeckt wie toter Hund. Ich laufe wieder an, aber die Beine sind noch immer schwer. War das Training eventuell doch zu wenig? Okay, ich brauchte schon eine schlappe Woche, um mit dem Running Master zurecht zu kommen. Und noch einmal vier Tage gingen für das Interface drauf. Jede Woche einen langen Lauf, wie der Trainer es forderte, halte ich für völlig unangebracht. Im Internet las ich da ganz andere Sachen. Ich bin dafür an sieben Wochenenden bei 14 Volksläufen gestartet. Und die Zeiten über fünf und zehn Kilometer waren astrein. Eine Bestzeit nach der anderen. Ich bin völlig im Arsch, ich gehe noch ein paar Meter.

Ich müsste doch eigentlich schon im Ziel sein, aber da vorn auf der Tafel, das ist eine 32. Ganz sicher. Das Shirt ist vorn völlig mit Blut eingesaut. Das geht doch nie wieder raus. Wieso zündet dieses Seeteufelkram nicht? Ich kann kaum gehen. Meine Schenkel sind völlig wundgescheuert und meine Eier fühlen sich an, als ob sie jemand mit Spiritus übergossen und angezündet hätte. Nur nicht aufgeben, schlimmer kann es nicht werden.

Ich muss kotzen. Nein, nur das nicht. Was verträgt sich denn da nicht? Die vielen Tabletten oder das Pulver. Das kann doch nicht…nein…ist mir schlecht…o Mist…

Schande, die Typen laufen in Hundertschaftsstärke an mir vorbei. Hoffentlich kommt jetzt keiner von meiner Laufgruppe hier lang. Oder der Trainer. Bloß nicht. Ich knie auf dem Bordstein und kotze wie ein Reiher. Ich kann mich beim besten Willen nicht daran erinnern, das alles, was da vor mir liegt, gegessen oder getrunken zu haben. Das meiste von der Brühe ist mir über den Running Master gelaufen. Das Ding zeigt jetzt gar nichts mehr an. Mir ist unheimlich schlecht, meine Oberschenkel brennen wie Feuer, die Brustwarzen peinigen mich im wahrsten Sinne des Wortes bis aufs Blut und der Zeh, dieser Scheißzeh…

Ich liege im Sanizelt auf der Trage. Ich muss sterben. Ganz sicher. Irgendwann muss doch diese Kotzerei aufhören. Mir ist so schlecht, wie nie zuvor in meinem Leben. Nie wieder, niemals werde ich so einen Scheiß machen. 42 Kilometer laufen… Welchen Sinn soll das haben? Völliger Humbug. Was war ich für ein Idiot. Ich glaube, es geht gleich wieder los. Mein Magen fühlt sich an, als würden dort Abermillionen von Darmbakterien eine Sauforgie feiern. Mir fährt der Blitz in die Schläuche. Wo haben die den Eimer hingestellt, wo? Verdammt, eine Toilette wäre jetzt wohl doch besser. Aber das muss schnell gehen, sehr schnell.

Ach du Scheiße, der Trainer, draußen vor dem Zelt. Der darf mich hier auf keinen Fall sehen. Ich ziehe mir die Decke über den Kopf, verzichte auf den Eimer und die Toilette. Dann ist es auch schon passiert. O nein. Die schöne „Vibration Stuff-Hose“…

 

© Thomas Knackstedt

 

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Letztes Update dieser Seite: März 2012.
 

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